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Durchführung
Da bei Menschen mit einer Demenzerkrankung standardisierte Fragen nicht möglich sind, wurden anhand eines „flexiblen“ Gesprächsleitfadens offene Fragen innerhalb eines Interviews gestellt. Der Fragende hat dadurch die Möglichkeit je nach Situation während des Gespräches einfühlsam und behutsam zu reagieren, so dass die Thematik in Blick behalten wird und gegebenenfalls eine Informationserweiterung und –vertiefung erfolgen kann. Der Gesprächsteilnehmer mit einer Demenz steht bei dieser Art der Gesprächsführung im Mittelpunkt.
Auch bei den Angehörigen und den Personen im sozialen Umfeld wurde erfolgreich mit dieser Methode gearbeitet.
Folgende Themenschwerpunkte wurden bei den Interviews mit den demenzerkrankten Gesprächspartnern wie auch deren sozialem Umfeld (Angehörige, Nachbarn, etc.) angesprochen:
Bisherige Erkenntnisse/ Ergebnisse
Insgesamt wurde mit sechs Menschen mit einer Demenzerkrankung gesprochen, dreizehn Gespräche wurden mit deren sozialem Umfeld (Angehörige, Nachbarn) geführt.
Es konnten unterschiedliche Menschen mit einer Demenzerkrankung in verschiedenen Lebenslagen befragt werden, darunter alleinlebende und in Gemeinschaft lebende Menschen mit wenig bis viel Unterstützung durch Angehörige und professionelle Dienste. Die Gesprächspartner mit einer Demenz leben meist in kleineren bis mittelgroßen Wohnanlagen in der Stadt Augsburg, teilweise leben sie seit 40 Jahren in ihrer Wohnung und seit 60 Jahren im selben Stadtteil. Das Alter liegt zwischen 76 und 88 Jahren.
Auffallend war, dass viele Angehörige sich mehr oder weniger um die Versorgung der demenzerkrankten Menschen kümmern. Professionelle Dienste und Betreuungseinrichtungen ermöglichen, dass Menschen mit einer Demenzerkrankung so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben können.
Selbständige Haushaltsführung, Einkäufe und allein begehbare Wege bis ca. 500 Meter sind ebenso vertreten wie eine „Rund-um-Versorgung“ zu Hause. Krankheitsbedingte Verhaltensauffälligkeiten waren bei den befragten Personen u. a. starkes Ordnungs- und Aufräumbedürfnis, Orientierungsschwierigkeiten, überaus starker Rückzug, Fixierung auf die Tochter, Ablehnung von Hilfsangeboten.
Fast alle Gesprächsteilnehmer/innen geben an, dass ein Leben in der gewohnten Umgebung sehr wichtig sei, einige sehen jedoch auch, dass es für sie Grenzen des selbständigen Lebens gibt, z. B. bei einer starken gesundheitlichen Verschlechterung oder dem Wegfall der Betreuungsperson.
Gesprächsauszüge
Kontakt
Wir würden uns über Anregungen, Hinweise und Ideen zum Themenbereich „Selbständiges Wohnen demenzerkrankter Menschen in Wohnanlagen“ sehr freuen. Sie erreichen uns unter den Rufnummern 0821/22799 – 19 / - 20 oder per E-Mail unter cornelia.anlauf(at)sic-augsburg.de
Kooperationspartner im Bereich Wohnungswirtschaft
- WBG Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg GmbH
- WBL Wohnungsbau für den Landkreis Augsburg
- SGF - Siedlungsgenossenschaft Augsburg-Firnhaberau eG
- Stadt Augsburg, Kompetenzzentrum Integration
- Ambulante Sozialarbeit Gerontopsychiatrie, AWO Augsburg Pfersee
- Ambulante Sozialarbeit Gerontopsychiatrie, Caritas Sozialstation Lechhausen e.V.
- Fachberatungen für Senioren
- Ambulante Pflegedienste in der Stadt Augsburg
Literaturhinweise
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Vierter Bericht zur Lage der älteren Generation. Bonn, 2002.
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Aktuelle Forschung und Projekte zum Thema Demenz. Berlin 2006
Hauser, U.: Wenn die Vergesslichkeit noch nicht vergessen ist – zur Situation Demenzkran-ker im frühen Stadium. Reihe Thema: Nr. 201; KDA, Köln, 2005
Niebuhr, M.: Interviews mit Demenzkranken: Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen aus Sicht der Betroffenen. Eine qualitative Untersuchung zur subjektiven Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Reihe Vorgestellt: Nr. 71; KDA, Köln, 2004
Schneekloth, U., Wahl, H.-W. (Hrsg.): Selbständigkeit und Hilfebedarf bei älteren Men-schen in Privathaushalten. Kohlhammer, Stuttgart, 2006
Stechl, E.; Lämmler, G.; Steinhagen-Thiessen, E. & Knüverner, c.: Demenz - mit dem Vergessen leben. Ein Ratgeber für Betroffene. Mabuse-Verlag, Frankfurt a.M., 2008
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